Pratyahara - Rückzug der Sinne

Rückzug der Sinne

Große Worte! Ganz passend für den Monat April, wie ich finde. Haben sich doch einige gerade vor der Osterzeit ganz bewusst dazu entschieden auf bestimmte Dinge zu verzichten. Für den einen Süßigkeiten, sind für den anderen Alkohol oder Zigaretten der größte Verzicht. Viele haben sich auch für "Digital Detox" entschieden. Skurril, dass es schon eine besondere Zeit im Jahr braucht, einen eingetragenen Zeitraum im Kalender zu dem wir uns "abmelden" und dann theatralische "ich bin dann mal weg" Notifications auf diversen Social Media Plattformen hinterlassen um anzukündigen (damit es auch alle wissen und sich bloß niemand Sorgen macht), dass wir in nächster Zeit nicht sofort mit "like" oder Herzchen-Emotji reagieren können, wenn der nächste Frühstücksbrei gepostet wird.

Wie auch immer, es scheint ein großes Bedürfnis nach Ruhe zu geben. Danach, mal nicht 24/7 erreichbar zu sein. 

Garnicht so einfach, das im Alltag umzusetzen. Wenn ich meinem Chef sage, sorry, ich praktiziere gerade Pratyahara - ich klink mich mal aus - ähhh.. nicht so gut umsetzbar. 

Aber selbst wenn wir uns bewusst Zeit nehmen, uns hinsetzen um zur Ruhe zu kommen und zu meditieren und mal alles auszublenden was rund um uns passiert werden wir feststellen, dass plötzlich der vermeintlich stillste Ort unglaublich laut sein kann. Da donnert eine Fliege pausenlos an die Scheibe, der Heizkörper surrt, der Nachbar übt Klavier, das Meer rauscht zu laut, der Wind pfeift... irgendwas nimmt man doch ständig war.

Aber egal ob im Alltag oder auf unserer Matte, Yoga hilft uns, einen ersten Schritt zu tun und die vielen Eindrücke die tagtäglich auf uns einprasseln zu filtern.

Wir machen uns unglaublich viele Gedanken darüber was wir unserem Körper zuführen, was wir essen und lieber nicht essen. Nicht zu viel Fleisch, abends keine Kohlenhydrate, bloß kein Zucker (Todesgefahr!), mehr Superfoods, nein doch keine Superfoods (CO2 Abdruck!)... wie man´s macht, macht man´s falsch. Unglaublich viele Gedanken machen wir uns darüber.

Aber was wir oben reinpacken, mit welchen Gedanken, welchen Sinneseindrücken wir unseren Geist füttern, darüber denken wir selten nach und lassen es einfach passieren.

Dabei ist das mindestens genauso wichtig! So wie ein Körper nur dann gesund und gewappnet sein kann für alles was da von außen an Giften, Viren, usw. kommt, so kann auch ein Geist nur stark und gewappnet sein, wenn wir ihm gutes zuführen.

Und wenn man so überlegt was den ganzen Tag alles an Sinneseindrücken auf einen einprasseln, dann wird man feststellen - vieles davon ist garnicht so gut! 

Think about it!

alles wird gut

Anna Hacker